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Stillen und Asthma bei Fünfjährigen

Weniger Muttermilch, geringere Lungenfunktion

11.10.2017
Foto: © stanislav_uvarov - fotolia.com

Offenbar verfügen Kinder, die nach der Geburt nur kurz oder nicht ausschließlich gestillt worden sind, später über eine geringere 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) und niedrigere forcierte Vitalkapazität (FVC), leiden aber deshalb nicht zwingend an Asthma. 

Das hat eine Studie aus den Niederlanden ergeben. Es sei bekannt, dass Muttermilch das Risiko für Asthma in der frühen Kindheit verringere – doch ob sich dieser Effekt in den darauf folgenden Jahren halte, wisse man nicht genau, erklären die Studienautoren zum Hintergrund ihrer Arbeit.

Die Studie, die von Medizinern des Erasmus University Medical Center in Rotterdam durchgeführt wurde, war in eine bevölkerungsbasierte prospektive Kohortenstudie eingebettet und umfasste 4464 Kinder. Die Autoren sammelten mittels mehrerer Fragebögen, die die Mütter zwischen der Geburt ihres Kindes und dessen Erreichen des ersten Lebensjahres ausfüllten, Informationen dazu, ob und wie lange sie stillten und ob die Kinder ausschließlich Muttermilch erhielten oder nicht. Hatten die Kinder das 10. Lebensjahr erreicht, wurde mittels Spirometrie die Lungenfunktion gemessen und Informationen über eine etwaige Asthmaerkrankung wieder über Fragebögen eingeholt.

Die Mediziner fanden so heraus, dass eine um einen Monat kürzere Stilldauer nur mit einer geringeren FEV1 in Zusammenhang stand (Veränderung des Z-Score -0,01; 95%-Konfidenzintervall [KI] zwischen -0,02 und -0,00), nicht aber mit Asthma. Eine Stilldauer von 2–4 Monaten war im Vergleich zu 6 Monaten oder länger mit einer geringeren FVC assoziiert (Veränderung des Z-Score -0,11; 95%-KI zwischen -0,20 und -0,03). Wurden die Kinder über einen Zeitraum von 4 Monaten nicht ausschließlich gestillt, war dies im Vergleich zu ausschließlichem Stillen ebenfalls mit einer geringeren FVC verbunden (Veränderung des Z-Score -0,08; 95%-KI zwischen -0,16 und -0,01).

Die Ergebnisse, so berichten die Studienautoren, veränderten sich nach einer weiteren Adjustierung bezogen auf Infektionen der unteren Atemwege. Sie wurden auch nicht durch Asthma oder Atopie in der Anamnese der Mutter, oder durch ein Ekzem beim Kind oder eine Sensibilisierung gegenüber inhalativen Allergenen beeinflusst.

 

Foto: © stanislav_uvarov - fotolia.com