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COPD-Patienten und körperliche Aktivität

Hunde und Enkel bringen Patienten in Schwung

11.10.2017
Foto: © frank1crayon - fotolia.com

Eine spanische Arbeitsgruppe hat sich auf der Suche nach Faktoren, die eine stärkere körperliche Aktivität bei älteren Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) fördern, wissenschaftlich auf neues Terrain begeben.

Die Wissenschaftler haben untersucht, wie sich nicht nur das Wohnumfeld, sondern auch soziale Aktivitäten, wie etwa mit Enkelkindern und Haustieren, auf die Erkrankung auswirken.

Für die Querschnittsstudie wurden 410 COPD-Patienten aus 5 Städten in Katalonien rekrutiert. In welchem Ausmaß die Probanden Spaziergänge mit Hunden machten oder als Großeltern die Enkel hüteten, wurde mittels eines Fragebogens erfasst. Der sozioöknomische Status des jeweiligen Stadtteils, in dem die Befragten lebten, ermittelten die Wissenschaftler mit dem Urban Vulnerability Index (Zensusdaten) und Grünflächen in unmittelbarer Nachbarschaft anhand des Normalized Difference Vegetation Index (Satellitendaten).

Zudem wurde dokumentiert ob die Probanden in einem 300-m-Umkreis von Grün- oder Wasserflächen lebten. Die Studienteilnehmer trugen eine Woche lang ein Akzelerometer, um zu messen, wie viel Zeit sie für moderate bis stärkere Bewegung (moderate-to-vigorous physical activity [MVPA]) aufwendeten, und um die Vector Magnitude Units (VMU) pro Minute zu ermitteln.

Die Studienteilnehmer waren im Mittel 69 Jahre alt, 85% von ihnen waren Männer. Die 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) nach Verwendung eines Bronchodilatators lag im Durchschnitt bei 56% vom vorhergesagten Wert. Nach Adjustierung in Bezug auf Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status, Dyspnoe, Belastungskapazität und Angst in einem linearen Regressionsmodell waren sowohl Hundespaziergänge als auch das Hüten von Enkelkindern signifikant sowohl mit einer Zunahme der MVPA-Zeit assoziiert (18 min/Tag; p<0,01 bzw. 9 min/Tag; p<0,05) als auch mit einer intensiveren körperlichen Aktivität (76 VMU/min; p=0,05 bzw. 59 VMU/min; p<0,05. Die untersuchten Faktoren, die das Wohnumfeld betrafen, standen in keinem Zusammenhang mit der körperlichen Aktivität. 

 

Foto: © frank1crayon - fotolia.com