Anzeige
Anzeige
​RSV-bedingte Mortalität

Großer Einfluss sozioökonomischer Faktoren

04.10.2017
Foto: © designer491 - fotolia.com

Erstmals haben Wissenschaftler in einer großen Fallserie Kinder untersucht, die an einer ambulant erworbenen Infektion mit dem Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) verstorben sind. 

Die Analyse ergab, dass ein beträchtlicher Anteil dieser Kinder an Komorbiditäten gelitten hatte. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine perinatale Impfungen für Kindern im Alter von höchstens 6 Monaten in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen einen erheblichen Einfluss auf die RSV-assoziierte Kindesmortalität haben könnte“, schreiben die Autoren in „The Lancet Global Health“.

Die Arbeitsgruppe entwickelte für ihre retrospektive Fallstudie einen Online-Fragebogen, um so individuelle Patientendaten zu klinischen und sozioökonomischen Merkmalen von Kindern im Alter und 5 Jahren zu erhalten, die zwischen  1995 und 2015 an einer ambulant erworbenen RSV-Infektion verstorben waren. Dafür nutzten sie Informationen von führenden Forschungsgruppen, die sich mit Pneumonien im Kindesalter beschäftigten und anhand einer umfassenden Literatursuche und bestehender Forschungsnetzwerke identifiziert wurden. Bei der Literatursuche wurden Arbeiten berücksichtigt, die bis zum 3. Februar 2015 veröffentlicht worden waren. Suchbegriffe waren „RSV“,  "respiratory syncytial virus" oder "respiratory syncytial viral" in Kombination mit "mortality", "fatality", "death", "died", "deaths" oder "CFR". Die identifizierten, mit der Materie befassten Forscher und Mediziner lud man ein, an der Befragung teilzunehmen.

In die Analyse wurden Daten zu 358 Kindern aus 23 Ländern eingeschlossen, die im Krankenhaus an einer RSV-Infektion verstarben. Die Daten stammten von 31 Forschungsgruppen. Aus Ländern mit geringem oder niedrigerem mittleren Einkommen stammten 117 (33%) der Kinder, aus solchen mit höherem mittlerem Einkommen  77 (22%). Ländern mit hohem Einkommen ließen sich 164 Kinder (46%) zuordnen. 190 (53%) waren Jungen.

Für manche Kinder aus Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen lagen keine Daten zu Komorbiditäten vor; für die übrigen Kinder ergab sich, dass bei mindestens 33 der Kinder (28%) aus Ländern mit geringem oder niedrigem mittleren Einkommen Komorbiditäten dokumentiert waren, ebenso wie bei 36 (47%) aus Ländern mit höherem mittleren Einkommen und bei 114 (70%) aus Ländern mit hohem Einkommen. Das mediane Sterbealter bei RSV-assoziierten Todesfällen lag bei 5 Monaten (Interquartilsabstand [IQR] 2,3–11,0) für Ländern mit höherem mittleren Einkommen und bei 4 Jahren (IQR 2,0–10,0) in Ländern mit geringem oder niedrigerem mittleren Einkommen bzw. bei 7 Jahren (IQR 3,6–16,8) in solchen mit hohem Einkommen. 

 

Foto: © designer491 - fotolia.com