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MACUSTAR-Konsortium

EU-Projekt zur Erforschung der intermediären AMD

04.10.2017
MACUSTAR-Projekt-Koordinator Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn (l.), sowie Arbeitsgruppenleiter und Ko-Koordinator Robert P. Finger, ebenfalls Universitäts-Augenklinik Bonn. Fotos: @ Intuitive Fotografie Köln / © UniKlinikum Bonn

Das MACUSTAR-Projekt zur intermediären AMD, koordiniert von der Universitäts-Augenklinik Bonn, wird im Rahmen des IMI2-Programms der EU mit 16 Millionen Euro gefördert.

Die Universitäts-Augenklinik Bonn hat im EU-Rahmenprogramm Innovative Medicines Initiative 2 (IMI2)/Horizon2020 gemeinsam mit acht Forschungseinrichtungen und vier Firmen eine Bewilligung für ein fünfjähriges Forschungsprojekt mit einem Budget von mehr als 16 Millionen Euro erhalten. Dies teilte die Augenklinik jetzt mit.
Mit dem Projekt MACUSTAR sollen klinische Endpunkte für Studien bei intermediärer altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) entwickelt und validiert sowie spezifische Risikofaktoren identifiziert werden.

Die AMD schreitet von einem frühen über ein intermediäres Stadium, in dem Sehprobleme vor allem bei wenig Licht und schwachem Kontrast auftreten, zu einem späten Stadium fort, das in den meisten Fällen zu einem irreversiblen Sehverlust führt. "Um Spätstadien der Erkrankung zu verhindern, müssen neue Therapien entwickelt werden, die das Fortschreiten von der intermediären zur späten AMD aufhalten", erklärt die Uni-Augenklinik Bonn. Damit neue Therapien in diesem Bereich in klinischen Studien getestet werden könnten, müssten jedoch zunächst klinische Endpunkte entwickelt werden, mit denen die Wirksamkeit einer neuen Therapie nachgewiesen werden könne.

"MACUSTAR hat sich zum Ziel gesetzt, relevante klinische Endpunkte zu entwickeln, die in zukünftige Therapiestudien Anwendung finden können und von den Zulassungsbehörden akzeptiert werden", heißt es weiter. Patienten mit intermediärer AMD beklagten mitunter Sehstörungen, die mit der Standarduntersuchung der zentralen Sehschärfe mit viel Licht und hohem Kontrast alleine nicht erfasst und gemessen werden könnten. Diese spezifischen Einschränkungen würden im Rahmen des MACUSTAR-Projekts genauer untersucht. Zusätzlich würden die Auswirkungen dieser Veränderungen der Sehfunktion auf die Lebensqualität mittels eigens entwickelter Instrumente ermittelt. Ein weitere Aspekt des Projekts sei die Untersuchung von genetischen und anderen Risikofaktoren, die mit einem rascheren Fortschreiten der Erkrankung assoziiert seien.

Im Rahmen der MACUSTAR-Studie werden nach Angaben der Augenklinik  insgesamt 750 Patienten in sieben europäischen Ländern eingeschlossen. Patienten mit intermediärer AMD werden über drei Jahre regelmäßig untersucht. Dabei kommen neueste, hochauflösende Bildgebungsmodalitäten wie die optische Kohärenztomographie und auch innovative funktionelle Untersuchungsmethoden wie die ortsaufgelöste Mikroperimetrie bei Dämmerungssehen zum Einsatz.

„MACUSTAR hat das Potenzial, das Wissen um Risikofaktoren für die altersabhängige Makuladegeneration wesentlich zur erweitern und kann erstmals die Grundlagen schaffen, in Zukunft die Wirksamkeit neuer Therapieansätze bei intermediärer AMD zu prüfen“, sagt Projekt-Koordinator Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. „Die enge Kooperation von akademischen Zentren und den Industriepartnern bietet eine einmalige Möglichkeit, die jeweilige Expertise zu bündeln und auf die Fragestellungen des Projekts zielführend zu fokussieren.“
„Innerhalb des Projekts werden auch neue Auswertungsalgorithmen entwickelt, die es ermöglichen, komplexe Datensätze aus den digitalen Bildgebungsverfahren präzise reproduzierbar zu analysieren und mit den funktionellen Ergebnissen zu korrelieren“ ergänzt der Arbeitsgruppenleiter und Ko-Koordinator des MACUSTAR-Projektes, Prof. Robert P. Finger von der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Gemeinsam mit der Universitäts-Augenklinik Bonn und dem GRADE Reading Center Bonn sind laut Mitteilung drei weitere Einrichtungen aus London – das Moorfields Eye Hospital (MBRC), das University College  (UCL) und die City University (City) – sowie die Fondation voir et entendre (FVE) Paris, die Association for Innovation and Biomedical Research on Light and Image (AIBILI) Coimbra, das Radbound University Medical Center (RUMC) Nijmwegen, die University of Sheffield sowie das European Clinical Research Infrastructures Network (ECRIN) Paris als auch die Unternehmen Bayer AG, Novartis Pharma AG, Carl Zeiss-Meditec, und F. Hoffmann La-Roche beteiligt. Außerdem würden sich 20 klinische Studienzentren in Europa beteiligen – in Deutschland seien dies die Augenkliniken in Bonn, Freiburg, Köln, München, Münster, Tübingen und Ulm.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt sind nach Angaben der Augenklinik in Kürze auf www.macustar.eu zu finden, weitere Informationen über die IMI unter www.imi.europa.eu
 

MACUSTAR-Projekt-Koordinator Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn (l.), sowie Arbeitsgruppenleiter und Ko-Koordinator Robert P. Finger, ebenfalls Universitäts-Augenklinik Bonn. Fotos: @ Intuitive Fotografie Köln / © UniKlinikum Bonn