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Tag des ärztlichen Bereitschaftsdienstes

KVWL setzt auf gemeinsame Portalpraxen

11.10.2017
Illustration: © bestvector083 – Fotolia.com

Zur Verbesserung der ambulanten Notfallversorgung setzt die KV Westfalen-Lippe (KVWL) auf die Einrichtung weiterer Portalpraxen mit einem gemeinsamen Empfang – so wie jetzt in einer Gelsenkirchener Klinik vorgestellt.

Ob aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit: Immer mehr Menschen suchen auch mit leichten Erkrankungen medizinische Hilfe in den Ambulanzen der Krankenhäuser und blockieren so die Versorgung von akuten medizinischen Notfällen. „Diese Patienten wissen entweder nicht, dass es außerhalb der Sprechstundenzeiten einen ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt – oder sie meinen, die Suche nach einem Facharzt, die Terminvereinbarung und die Wartezeit in der Praxis umgehen zu können“, sagte der 2. KVWL-Vorsitzende, Augenarzt Dr. Gerhard Nordmann, zum bundesweiten „Tag des ärztlichen Bereitschaftsdienstes“ am 11. Oktober* vor Medienvertretern im Krankenhaus Bergmannsheil Buer in Gelsenkirchen.

Die aktuellen Probleme des ambulanten Notfalldienstes würden in der Berliner Gesundheitspolitik kontrovers diskutiert, ohne dass bis heute eine gangbare Lösung präsentiert worden wäre, kritisierte Nordmann: „Wir sind hier aber nicht in der Hauptstadt Berlin, sondern in der westfälischen Provinz. Uns liegt deshalb nicht so sehr an einer Debatte mit großen Gesten, sondern an pragmatischen Lösungen, die uns helfen, unseren Alltag in der Versorgung zu bewältigen.“ Die KVWL habe deshalb bereits 2011 nahezu alle ihre 63 zentralen Notfalldienstpraxen in oder an Krankenhäusern angesiedelt, damit das Personal in den Krankenhausambulanzen weniger akut zu versorgende Patienten direkt an die KVWL-Notfalldienstpraxis verweisen könne.

In Gelsenkirchen sind die KVWL und das Krankenhaus Bergmannsheil Buer nun gemeinsam einen weiteren Schritt in die Zukunft der ambulanten Notfallversorgung gegangen: „Hier am Bergmannsheil arbeiten wir nicht länger nebeneinander, sondern wirklich zusammen“, erläuterte Nordmann. Kernelemente dieser engen Kooperation seien ein gemeinsamer Empfang von Notfalldienstpraxis und Ambulanz sowie – je nach Notwendigkeit – eine abgestimmte Einschätzung und Priorisierung des Patientenstroms, die sogenannte Triage.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, schwierige Notfälle sofort in der Ambulanz zu versorgen und leichtere Erkrankungen in der Notfalldienstpraxis der KVWL zu behandeln“, ergänzte Werner Neugebauer, Geschäftsführer der Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH. „Genau dies erreichen wir durch die Anmeldung des Patienten am gemeinsamen Empfang.“
„Unsere gemeinsame Struktur der Notfallversorgung hier am Bergmannsheil Buer ist das Modell der Zukunft“, waren sich Neugebauer und Nordmann einig. Gelsenkirchen werde Schule machen, kündigte KVWL-Vize Nordmann an: „Wir werden auch an weiteren Standorten mit anderen Krankenhäusern reden und gleiche oder ähnliche Kooperationen anstreben.“
 
Am 11. Oktober ist der bundesweite „Tag des ärztlichen Bereitschaftsdienstes“. Die Kassenärztlichen Vereinigungen wollen dabei unter anderem die bundeseinheitliche Rufnummer 116117 bekannter machen. Unter dieser Telefonnummer erreichen Patienten außerhalb der Praxisöffnungszeiten niedergelassene Ärzte, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) behandeln niedergelassene Ärzte im Bereitschaftsdienst jedes Jahr rund zehn Millionen Fälle.

* Anm. d. Red.: KBV-Webseite zum „Tag des ärztlichen Bereitschaftsdienstes“:  http://www.kbv.de/html/1150_31340.php
 

Illustration: © bestvector083 – Fotolia.com