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Niederlassung und Nachwuchsgewinnung

KV Hessen schließt ihr freiwilliges Förderprogramm

23.08.2017
Bild: © gustavofrazao - Fotolia.com

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) wird zum Jahresende ihre freiwillige Niederlassungs- und Nachwuchs­förderung einstellen.

Einstimmig hat die Vertreterversammlung (VV) der KV Hessen bei ihrer Klausurtagung am vergangenen Wochenende beschlossen, die Fördermittel für Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung und Niederlassungsförderung, die über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen, zum Jahresende einzustellen. Die VV-Mitglieder seien damit einem Antrag des Vorstandes gefolgt, berichtet die KVH.
Erst zu Jahresbeginn habe man mit dem eigenen Förderprogramm „In die Praxis, fördern, los!“ neue Förderungen wie beispielsweise die Honorarumsatzgarantie für Praxisgründer sowie  Umzugs- und Kinderbetreuungszuschüsse bei einer Niederlassung in bestimmten Gebieten Hessens aufgelegt. Für das Jahr 2018 hätten so Fördermittel in Höhe von bis zu 3,5 Millionen Euro zur Verfügung gestanden, "davon 50 Prozent aus den Honoraren der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten", heißt es.

Angesichts der gescheiterten Honorarverhandlungen mit den hessischen Krankenkassen und einer drohenden Absenkung der Honorare um 40 Millionen Euro, so die KVH, müssten die vorhandenen Honorare in vollem Umfang der Vergütung ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen und deren Stützung zugutekommen. „Wir können es in Anbetracht der Honorarpolitik der Krankenkassen in Hessen jungen Kolleginnen und Kollegen derzeit nicht empfehlen, sich in Hessen niederzulassen. Deshalb ist es nur konsequent, die Förderungen zum Jahresende einzustellen. Bereits jetzt bildet Hessen gemeinsam mit Berlin das Schlusslicht im Honorarbericht der KBV“, erklärten die KVH-Vorstandvorsitzenden Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke: „Wir sind froh über das starke Signal der Vertreterversammlung.“

Für die Krankenkassen bestehe im Rahmen der Konvergenzregelung in diesem Jahr ein gesetzlicher Auftrag, die Honorare in den Bundesländern zu erhöhen, in denen diese im Vergleich zum Bundesschnitt besonders niedrig seien, erinnert die KVH. Das durch das Gesetz beauftragte Institut des Bewertungsausschusses (InBA), ein gemeinsames Gremium von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband, hätte die zu niedrige Gesamtvergütung in Hessen bestätigt. Doch die hessischen Kassen hätten sich in den Honorarverhandlungen nicht nur geweigert, dieser Verpflichtung nachzukommen, sondern auch die weitere Förderung bestimmter ambulanter Leistungen aufgekündigt. "Bundesgesundheitsminister Gröhe hatte bei einer Veranstaltung der KVH in der letzten Woche angekündigt, die praktische Umsetzung der Konvergenzvorgabe aufmerksam zu beobachten und gegebenenfalls gesetzlich noch einmal nachzusteuern", teilt die KVH mit und erklärt, dass sie mittlerweile das Schiedsamt für die vertragsärztliche Versorgung angerufen habe. Nicht von dem VV-Beschluss betroffen seien gesetzliche Förderverpflichtungen.
 

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