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KBV-Papier zur ambulanten Versorgung

"Bahn frei für den Strukturwandel"

20.09.2017
Die KBV sieht sich am Start für den Aufbau zukunftstauglicher ambulanter Versorgungsstrukturen - nun fordert sie die Politik auf, den Weg dorthin frei zu machen. Illustration: © Tiko - Fotolia.com

Die KBV fordert in ihrem Positionspapier "Freie Bahn für den notwendigen Strukturwandel", die Besonderheiten der Lebensbedingungen in den Regionen Deutschlands besser zu berücksichtigen, um die ambulante Versorgung zu stärken.

"Ein Krankenhausaufenthalt kann stets nur die Ultima Ratio sein", erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), und führte weiter aus: „Der demografische Wandel schreitet voran. Insbesondere in ländlichen Regionen gehen die Bevölkerungszahlen zurück, dafür gibt es dort immer mehr alte und damit auch hilfsbedürftige Menschen. Auf die damit einhergehenden stark steigenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Sozialversicherung gilt es zu reagieren. Dazu gehört, krankenhausergänzende und -ersetzende Strukturen auszubauen und nachhaltig zu fördern." Gassen forderte die Politik auf, jetzt die Weichen für den notwendigen Strukturwandel zu stellen.

Fünf Lösungsansätze

Um zukunftstaugliche ambulante Versorgungsstrukturen zu etablieren, hat die KBV ihr Positionspapier KBV 2020 weiter ausgearbeitet und stellt nun fünf Lösungsansätze vor. Demnach ist es zunächst zwingend notwendig, die Versorgungs-, Qualitäts- und Vergütungsstrukturen an dem künftigen Bedarf auszurichten – statt wie bisher auf Basis von Entwicklungen, die vor drei bis vier Jahren stattgefunden haben. Deshalb gelte es, Versorgungsziele zu definieren und entsprechende Investitionspläne aufzustellen. Krankenkassen und KVen müssten vorausschauend agieren können. Dies könne mit wenigen Gesetzesänderungen erreicht werden, so die KBV in dem Papier.

Zweitens fordert die KBV die Politik dazu auf, die Gesamtvertragspartner zu verpflichten, kassenartenspezifische Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger ambulanter Strukturen zu vereinbaren.

Drittens erachtet es die KBV als sinnvoll, sich bei der Wahl der Versorgungsziele und der Bewertung bestehender ambulanter Strukturen an regionalen Beispielen zu orientieren, statt an bundesdurchschnittlichen Kennzahlen.

Der vierte Ansatz zielt auf die Besonderheiten der Morbiditätsstruktur der Patienten sowie der regionalen Kosten- und Versorgungsstruktur. Diese müssten besser berücksichtigt werden – etwa bei der Kalkulation des Behandlungsbedarfs –, um die ambulanten Strukturen vor Ort nachhaltig zu sichern.

In ihrem letzten Punkt spricht sich die KBV für mehrjährige Vereinbarungen zwischen den KVen und den Krankenkassen aus. Sie sollen die strukturelle Weiterentwicklung der Versorgung nachhaltig sichern.

"Die fünf Vorschläge sollen dazu beitragen, den Ausgabenanstieg im Gesundheitswesen zu mindern, unnötige Krankenhausfälle zu reduzieren und damit die Versorgung effizienter und enger am Bedarf der Versicherten auszurichten. Diese Ziele gilt es konsequent zu fördern", so das Fazit der KBV.

Das KBV-Positionspapier „Freie Bahn für den notwendigen Strukturwandel – Versorgungsziele und regionale Besonderheiten stärker berücksichtigen“ kann unter: http://www.kbv.de/html/31089.php aufgerufen werden.

 

Die KBV sieht sich am Start für den Aufbau zukunftstauglicher ambulanter Versorgungsstrukturen - nun fordert sie die Politik auf, den Weg dorthin frei zu machen. Illustration: © Tiko - Fotolia.com