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Ergebnisse einer Online-Umfrage

Ärzte stellen Gröhe schlechtes Zeugnis aus

29.08.2017
Illustration: © Torbz - Fotolia.com

Eine Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (änd) unter mehr als 1200 niedergelassenen Fach- und Hausärzten zeigt, dass sich die Mehrheit der Befragten keine zweite Amtszeit von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wünscht.

Der änd hatte die Mediziner im August gefragt, wie ihr Urteil zu Gröhes Schaffen seit seiner Amtseinführung im Dezember 2013 ausfällt.  Auf die Frage, ob Gröhe durch sein politisches Wirken Maßnahmen umgesetzt oder eingeleitet habe, die nun zu einer Verbesserung der Patientenversorgung in Deutschland beitragen, antworteten laut Mitteilung des änd 79 Prozent der Ärzte mit "Nein - das war leider nicht der Fall". Nur 19 Prozent wollen demnach leichte Verbesserungen erkennen, zwei Prozent sehen deutliche Verbesserungen.
 
"Interessanterweise gestehen die Ärzte dem Minister - dem oft nachgesagt wird, die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag stur umzusetzen - eine gewisse Beharrlichkeit bei der Verfolgung seiner Ziele zu", erklärt der änd: Bei der Bewertung der Eigenschaft "Durchsetzungsfähigkeit" schneide Gröhe gar nicht schlecht ab: Immerhin habe eine knappe Mehrheit (64 %) der Umfrageteilnehmer die besseren Schulnoten, "befriedigend" (23 %), "gut" (23 %) oder "sehr gut" (6 %). vergeben.
 
In Sachen "Kompetenz" sehe es dagegen "finster" aus, resümiert der änd: Ganze 83 Prozent der Ärzte hätten schlechter als "befriedigend" bewertet: 27 Prozent vergaben ein "ausreichend", 31 Prozent ein "mangelhaft" und 25 Prozent gar ein "ungenügend". Ähnlich schlecht schneide Gröhe beim Thema "Glaubwürdigkeit ab: 76 Prozent der Mediziner hielten laut Umfrage schlechte Noten von "ausreichend" (26 %), "mangelhaft" (26 %) und "ungenügend" (24 %) für gerechtfertigt.
Übel nähmen die Mediziner dem Minister offenbar, dass Gröhe sich ihrem Empfinden nach zu wenig um die eigene Berufsgruppe gekümmert habe. Auf die Frage "Haben Sie den Eindruck, dass Hermann Gröhe die Sorgen und Probleme der Ärzteschaft ernst genommen hat?", hätten 77 Prozent der Ärzte mit einem deutlichen "Nein" geantwortet. 18 Prozent seien sich bei der Frage nicht sicher, 5 Prozent glaubten, dass Gröhe die Sorgen und Nöte der Ärzteschaft sehr wohl im Blick behalten habe.
 
Bei der Frage nach einer zweiten Amtszeit, so berichtet der änd weiter, sehe eine große Mehrheit von 76 Prozent der befragten Ärzte künftig lieber eine andere Person auf dem Ministerstuhl. Nur sechs Prozent hielten Gröhe die Stange. Ganze 18 Prozent schienen dagegen prinzipiell nicht mehr viel Positives aus Berlin zu erwarten: "Ihnen ist völlig egal, wer der nächste Bundesgesundheitsminister wird", beschreibt der änd das Stimmungsbild.
 
An der Online-Befragung nahmen laut änd-Mitteilung vom 23. bis zum 27. August "insgesamt 1262 überprüfte niedergelassene Haus- oder Fachärzte aus dem gesamten Bundesgebiet" teil.
Das Medienunternehmen ÄND AG in Hamburg ist Betreiber des Portals www.aend.de - "einer Verbindung aus berufsbezogenem Nachrichtendienst und aktiver Diskussionsplattform zum innerärztlichen Wissensaustausch". Derzeit zählt das Portal nach Angaben des Betreibers über 45.000 Ärzte als Mitglieder. 
 

Illustration: © Torbz - Fotolia.com