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Krankheitskostenrechnung

DGPPN fordert politischen Masterplan

02.10.2017
Foto: © Coloures-Pic - Fotolia.com

Laut statistischem Bundesamt haben psychische und Verhaltensstörungen 44,4 Milliarden Euro Krankheitskosten verursacht. Die DGPPN fordert deshalb einen politischen Masterplan für die psychische Gesundheit.

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge entfielen im Jahr 2015 rund 13,1 Prozent der gesamten Krankheitskosten in Höhe von 44,4 Milliarden Euro auf psychische und Verhaltensstörungen. Damit belgen die Störungen den zweiten Platz im Ranking der teuersten Erkrankungen.

„Wenige Tage nach der Bundestagswahl machen die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten deutlich, dass psychische Erkrankungen in der kommenden Legislaturperiode ein Schwerpunktthema darstellen müssen. Denn mit Krankheitskosten von über 44 Milliarden Euro gehören sie zu den ganz zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Ihr Anteil an den gesamten Krankheitsausgaben ist weiter gestiegen, die indirekten Kosten – zum Beispiel durch Arbeitsunfähigkeit – sind hier nicht einmal berücksichtigt", sagte Prof. Arno Deister, Präsident der DGPPN.

Doch Depressionen, Angststörungen und die vielen anderen psychischen Leiden seien weit mehr als ein Kostenfaktor. Für die betroffenen Menschen stellten sie auch eine hohe Belastung dar und wirkten sich auf alle Lebensbereiche aus – auf Familie, Partnerschaft, das soziale Umfeld und die Arbeit. "Wir benötigen deshalb einen politischen Masterplan für die psychische Gesundheit: Forschung, Prävention, Behandlung und Teilhabe sind die vier zentralen Felder, auf welchen die neue Bundesregierung aus Sicht der DGPPN aktiv werden muss, damit die Betroffenen die Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie so dringend benötigen", sagte Deister.

Nur so ließen sich die volkswirtschaftlichen Folgen psychischer Erkrankungen nachhaltig eindämmen. Wenn die politischen Parteien jetzt in die Koalitionsverhandlungen einstiegen, hätten sie Gelegenheit, der psychischen Gesundheit den Stellenwert beizumessen, den sie für die Menschen in Deutschland schon längst hat.
 

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