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Frauen 5.0: Neues Projekt an der Charité

Gesundheit und Versorgung von Frauen über 49 Jahren

10.10.2017
Foto: © Syda Productions - fotolia.com

Wie steht es um die medizinische Versorgung von Frauen über 49 Jahren im ländlichen Raum? Nehmen sie gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen wahr? Wie müsste ein innovatives Modellprojekt für eine bessere ambulante Versorgung für diese Zielgruppe aussehen?







Diese und weitere Fragen untersucht das von der Charité – Universitätsmedizin Berlin geleitete Forschungsprojekt „Frauen 5.0“, das jetzt bei einem Auftakt-Symposium vorgestellt wird.

Für mittelalte und ältere Patientinnen in ländlichen Gebieten wird ein reduzierter Zugang zur gynäkologischen Versorgung prognostiziert, der in strukturschwachen Bereichen bereits heute besteht. Diese Problematik wird im Rahmen des demographischen Wandels mit einer älter werdenden weiblichen Bevölkerung noch weiter zunehmen. Um einer drohenden Unterversorgung zu begegnen, untersucht das vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte Projekt „Frauen 5.0 – Regionale Versorgung von Frauen über 49 Jahren durch Fachärztinnen und Fachärzte für Gynäkologie und Allgemeinmedizin“ die Schnittstelle der beiden Fachrichtungen und erarbeitet Lösungsansätze für einen gerechten Zugang zu einer adäquaten medizinischen Versorgung. Konsortialpartner des Projekts ist das Robert Koch‐Institut.

Frauen ab 49 Jahren sind häufiger als jüngere Frauen von Brustkrebs und bösartigen Tumoren der Genitalorgane betroffen. „Mittelalte und ältere Frauen haben einen Anspruch auf einen bedarfsgerechten Zugang zur gynäkologischen Versorgung“, erklärt Projektleiterin Dr. Lorena Dini vom Institut für Allgemeinmedizin der Charité. Zudem haben die Patientinnen vielfältige gynäkologische Beratungs- und Behandlungsbedürfnisse, wie beispielsweise Blutungen in der Peri- und Postmenopause, der Umgang mit den Auswirkungen der Wechseljahre allgemein oder Inkontinenz.

Dini ergänzt: „Allerdings wissen wir aus Studien, dass Frauen jenseits des gebärfähigen Alters mit gesundheitlichen Problemen häufiger den Hausarzt aufsuchen als den Gynäkologen. So sehen wir die intensivere Zusammenarbeit dieser beiden Fachrichtungen als eine geeignete Möglichkeit, den Patientinnen besser gerecht zu werden und zum Erhalt ihrer Lebensqualität beizutragen.“ Es soll ein Versorgungsmodell der vernetzten Kooperation von ambulant tätigen Fachärzten entwickelt werden. Zu berücksichtigen ist dabei ein niederschwelliger und regionaler Zugang zur gynäkologischen Versorgung.
 

Foto: © Syda Productions - fotolia.com